LandesPARTEItag NRW, oder: Warum schlafen, wenn man Demokratie haben kann?
Am 08. und 09. November 2025 traf sich die glorreiche PARTEI NRW im ehrwürdigen Haus Erholung in Mönchengladbach – ein Name, der offensichtlich ironisch gemeint war, denn erholsam wurde exakt gar nichts. Pünktlich um zwölf Uhr eröffnete der Vorstand den Parteitag und begrüßte die Mitglieder, die zu diesem Zeitpunkt erstaunlich motiviert Aussagen. Vermutlich lag das an der Mischung aus Pflichtgefühl, politischer Übermotivation und Restalkohol vom Vorabend.
Formalia: Demokratie, aber bitte schnell
Nachdem festgestellt wurde, dass alle satzungsgemäß eingeladen wurden und niemand zufällig hereingestolpert war, durfte sogar die Presse rein – außer natürlich die verfickte BILD, die man schon aus Prinzip nicht mal auf einen Kindergeburtstag lassen würde. Auch Bild- und Tonaufnahmen waren erlaubt, denn niemand hatte etwas zu verbergen, außer höchstens seine eigentliche Motivation, an einem Samstagmittag Politik zu machen.
Berichte: Die PARTEI war „aktiv“
Der Vorstand behauptete steif und fest, er sei „aktiv gewesen“. Man habe Wahlen durchgeführt, Klagen gewonnen und sei viel gereist, um der Basis zu zeigen, dass sie wichtig sei – was die Basis, wie üblich, nur mäßig glaubte. Zwischendurch stürmte der „Kölnblock“ in den Saal und schrie Parolen, während die Sitzungsleitung zurückpöbelte. Ein völlig normaler PARTEI-Tag also.
Die Schatzmeisterin präsentierte beeindruckende Zahlen, die niemand verstand, aber alle für gut hielten, weil sie ordentlich abgeheftet waren. Die Rechnungsprüfer meldeten: Alles tutti. Niemand klaut, alle heften, und die Welt ist schön.
Karaoke & Punk: Der Samstagabend eskaliert planmäßig
Nach all den Berichten wurde es Zeit für den wahren Höhepunkt des Wochenendes: das Abendprogramm von Ulas, Gott des sozialen Parteilebens.
Erster Programmpunkt: ein Punkkonzert, irgendwo in der Mönchengladbacher Nachtlandschaft. Dort entdeckten Mitglieder der PARTEI, dass Punk und Politik nahezu identisch funktionieren: laut, chaotisch und voller Menschen, die zu allem „Dagegen!“ rufen. Es wurde gepogt, gegrölt und vermutlich auch diskutiert, wo genau man eigentlich war.
Der zweite Höhepunkt: Karaokesingen. Eine Aktivität, bei der Mitglieder plötzlich völlig schamfrei wurden. Von „Atemlos“ über „Highway to Hell“ bis zur improvisierten PARTEI-Hymnen-Techno-Version war alles dabei. Einige Abschnitte hatten sogar Melodieähnlichkeit mit bekannten Liedern. Andere… weniger.
Sonntag: Politik trotz Kater
Um 12 Uhr – also viel zu früh – ging es weiter. Die Mitglieder schleppten sich zurück in den Saal, schauten glasig, taten aber so, als wären sie bereit, die Demokratie voranzutreiben.
Es folgte eine Lawine von Anträgen, darunter solche, die völlig logisch waren („Auflösung von Verbänden!“), und solche, die eher aus dem kreativen Freitagabend-Brainstorming stammten („Vampirtest“, „Ananas“, „Kiwi 2“, „Blockflötenverbot“). Viele davon wurden mit Nichtbefassung entsorgt – das parlamentarische Äquivalent zu „Hab grad keinen Nerv, lass mal“.
Zwischendurch erklärte die Tagungsleitung, dass Bezirksverbände Dreck seien – eine wissenschaftlich nicht belegte, aber emotional nachvollziehbare Aussage.
Wahlen! Wahlen! Noch mehr Wahlen!
Der Rest des Wochenendes bestand im Wesentlichen aus Wahlen. Sehr vielen Wahlen. Einige Kandidierende räumten ab, andere räumten ihre Stimmzettel enttäuscht wieder weg. Glitzer tauchte in den Wahlurnen auf, woraufhin ein Mitglied der Wahlkommission genervt zurücktrat. Ein anderer wurde nachgewählt, vermutlich unter dem Versprechen, künftig glitzerfreie Demokratie zu gewährleisten.
Der neue Vorstand wurde bejubelt, gefeiert und vermutlich innerlich schon mit der Frage konfrontiert: „Warum hab ich mich eigentlich wieder wählen lassen?“
Am Ende wurden die Ex-LaVos zu Ehrenvorständen ernannt, die Gastgeber gelobt, Mönchengladbach zur schönen Stadt erklärt (anscheinend ironiefrei!) und schließlich schickte die Tagungsleitung alle Delegierten zurück in die Welt, begleitet vom Absingen der PARTEI-Hymne – ein Klangereignis, das vermutlich noch Stunden durch die Innenstadt hallte.

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